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Aufklärungsblatt Gelbfieber-Impfung

Zur Information für Reisende

(Stand: 2016)

 

Was ist Gelbfieber und warum sollte ich mich impfen lassen?

Gelbfieber ist eine akute lebensbedrohende Infektionskrankheit, welche bei ungünstigem Verlauf tödlich endet. Übertragen wird sie durch Mücken. Erreger ist das Gelbfiebervirus. Es kommt in bestimmten tropischen Regionen in Afrika und Südamerika vor, die von der Weltgesundheits-organisation (WHO) zu Gelbfieberverbreitungszonen deklariert wurden.

 

In Gebieten mit Vorkommen von Gelbfieber ist eine Übertragung in ländlichen aber auch in städtischen Regionen möglich. Zu Ihrem persönlichen Schutz ist es notwendig, sich spätestens 10 Tage vor Einreise in diese Gebiete gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Daneben verlangen viele Länder die Vorlage einer international gültigen Bescheinigung (Impfpass) über eine Gelbfieberimpfung, wenn Sie aus einem der Länder mit Gelb-fieber-Infektionsgebieten einreisen wollen, einige Länder auch bei direkter Einreise aus Deutschland.

 

So verläuft eine Gelbfieberimpfung:

Die gut wirksame und im allgemeinen gut verträgliche Gelbfieberimpfung erfolgt mit einem sog. „Lebend-Virusimpfstoff“, d. h. abgeschwächte Gelbfieber-Impfstoffviren werden unter die Haut des Oberarms gespritzt. Während der ersten zwei bis sieben Tage nach der Impfung kommt es zu einer Vermehrung der Impfviren.

 

Dadurch wird Ihr Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen (Antikörper) angeregt.

10 Tage nach der Impfung verfügen Sie über einen in der Regel zuverlässigen und lebenslangen Impfschutz gegen die Gelbfiebererkrankung.

 

Schutzdauer der Gelbfieberimpfung und Auffrischimpfungen:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von einem lebenslangen Schutz nach einmaliger Impfung aus. Einige Länder bestanden bis vor kurzem noch auf einer Impfauffrischung nach 10 Jahren. Dies wird von der WHO jedoch als nicht mehr zulässig erachtet.

 

Nach Einschätzung der ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut ist die Immunantwort bei den folgenden Personen abgeschwächt, so dass diese möglicherweise von einer einmaligen Auffrischimpfung profitieren: Kinder, die im Alter von unter 2 Jahren erstmals geimpft wurden, insbesondere bei gleichzeitiger Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln, Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden sowie HIV-Infizierte.

 

Mögliche Reaktionen nach der Impfung:

Bei 20 – 25 % der Geimpften kommt es innerhalb von ein bis drei Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle mit einer geringen Rötung, Schwellung oder zu leichten Schmerzen, teilweise mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten und zu Kopfschmerzen. Bei bis zu 10 % kommt es innerhalb von vier bis sieben Tagen nach der Impfung zu grippeähnlichen Symptomen wie leichtem Fieber, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, gelegentlich auch Bauchschmerzen. In der Regel klingen diese Impfreaktionen rasch und folgenlos wieder ab und machen keine ärztliche Behandlung erforderlich.

 

 

Sehr selten beobachtete Reaktionen:

Bei Allergien speziell gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes können Minuten bis Stunden nach der Impfung allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Schleimhautschwellungen im Rachen mit Luftnot und evtl. Schockzustände auftreten. Allergische Spätreaktionen mit unterschiedlichen Hauterscheinungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken sowie noch seltener Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) mit Blutungsneigung können bei Impflingen mit besonderer Allergieneigung bis zu zwei Wochen nach der Impfung auftreten. Sehr selten kommt es nach der Erstimpfung zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute oder einer schweren gelbfieberartigen Erkrankung anderer Organe.

 

Insgesamt sind weltweit ca. 100 Fälle mit schweren Nebenwirkungen und 25 Todesfälle bei über 600 Millionen Geimpften aufgetreten. In Deutschland sind bisher keine Todesfälle berichtet worden. Ein Risiko für schwere Nebenwirkungen ( Impf-Gelbfieber, Hirnentzündung ) besteht vor allem bei Störungen der körpereigenen Abwehr und bei Säuglingen im Alter unter sechs Monaten.

 

Es scheint auch bei älteren Personen erhöht zu sein scheint, daher sollten - laut Gebrauchsinformation des Gelbfieberimpfstoff-Herstellers zu STAMARIL® - Erstimpfungen bei Personen über 60 Jahren nur durchgeführt werden, wenn ein signifikantes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt. Gehören Sie zu dieser Gruppe, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Da bei einigen Impflingen mit schweren Nebenwirkungen organische oder funktionelle Erkrankungen des Thymus (Briesdrüse) vorlagen, sollte dies als zusätzliches Risiko für schwere Nebenwirkungen berücksichtigt werden.

 

Kontraindikationen:

Eine Impfung sollte nicht durchgeführt werden bei akuten oder chronischen Infektionen, Erkrankungen des Nervensystems, schweren Lebererkrankungen, Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Hühner-eiweiß oder andere Impfstoffbestandteile, Erkrankungen des körpereigenen Abwehrsystems (u. a. symptomatische HIV-Infektion oder HIV-Infektion mit einer Zahl von unter 200 Helferzellen/mm³), immunsuppressiver Behandlung (z. B. systemische Cortisonbehandlung (Tabletten oder Spritzen) oder andere Immunsuppressiva), Strahlen- und Chemotherapie, bestehender Schwangerschaft, Stillen, Zustand nach Thymusdrüsenentfernung oder Thymusfehlfunktion und nicht bei Säuglingen unter neun Monaten.

 

Weitere Lebendimpfungen wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken können nur gleichzeitig oder im zeitlichen Abstand von vier Wochen vor, bzw. nach der Gelbfieberimpfung gegeben werden.

 

Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung ist also für andere Familienangehörige ungefährlich, z. B. für eine in der Umgebung lebende Schwangere oder kleine Kinder. Da in Einzelfällen über eine Übertragung von der Mutter auf das Kind durch Stillen berichtet wurde, sollten Mütter nicht geimpft werden, solange sie stillen.

 

Falls einer der hier genannten Umstände auf Sie zutrifft oder Sie sich unsicher sind, ob Sie eine Gelbfieberimpfung erhalten dürfen, teilen Sie Ihre Zweifel dem Impfarzt mit.

 

Verhalten nach der Impfung:

Für die Dauer von 1 Woche nach der Impfung sollten Sie sich keinen starken körperlichen Anstrengungen aussetzen (Leistungssport, Operationen, Sauna) und Sonnenbäder sowie übermäßigen Alkoholgenuss vermeiden. Für 4 Wochen nach der Impfung dürfen Sie kein Blut spenden. Für die Dauer von drei Monaten, mindestens jedoch für 4 Wochen nach der Impfung ist eine Schwangerschaft zu vermeiden. Eine Impfung in der Schwangerschaft oder eine Schwangerschaft nach der Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Während der Stillzeit sollte nicht geimpft werden.

Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Symptome auftreten, die Sie auf die Impfung zurückführen, konsultieren Sie einen Arzt.

 

Zur Abschätzung des Risikos möglicher Nebenwirkungen durch die Gelbfieberimpfung und zum Ausschluss von Gegenanzeigen beantworten Sie bitte alle Fragen auf dem Impfformular!

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, besprechen Sie diese bitte mit der Impfärztin bzw. dem Impfarzt

Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrem beratenden Arzt in der Privatpraxis Prof. Dr. Löscher für Reise- und Tropenmedizin

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